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Peilaus 101

Jokainen psykologiaa koskaan lukenut tietää, mitä tarkoitetaan peilaamisella: projisoidaan omat negatiiviset tuntemukset muihin jotta voidaan sitten sanoutua niistä irti ja saavuttaa katharsis. Toisin sanoen etsitään muista ne asiat, mitkä itsessä vituttaa ja käydään tavattomalla vimmalla niitä vastaan.

Kaikkein suurimpia muiden arvon alentajia tapaavat olla aina ne, joilla siihen on kaikkein vähiten aihetta. Tämä johtuu yksinkertaisesti siitä, että se on kaikki mitä heillä on. Ihmisen täytyy tuntea olemassaolonsa mielekkääksi ja jos ei löydä mitään missä itse olisi hyvä, on sentään löydettävä muista jotain, missä ne muut ovat huonoja. Koska on egolle kestämätöntä tuntea olevansa huonoin.

Ne, joilla ei ole tarvetta tuntea itsejään tarpeelliseksi tuomitsemalla muita mielivaltaisin kriteerein, on vain parempaa tekemistä.

Valitettavasti nykymaailman yhteisöissä ihmiset tapaavat keskimäärin olla sen verran älykkäitä, että tunnistavat ansiotta egonsa pönkittäjät ja nauravat nämä pihalle.

Ihminen, joka saa menestyksen tunteensa yksistään aukomalla toisille päätään, saa mitä tilaa. Kukaan ei kunnioita eikä pidä minkäänlaisessa arvossa.

Sosiaalisessa yhteisössä elävät ihmiset ovat keskimäärin aika reilua väkeä. He tunnustavat jos ihmisellä on ansioita jossain. Jos siis haluaa tuntea itsensä hyväksi, kannattaa tulla jossakin asiassa sellaiseksi. Yritys pudottaa muut omalle häviäjän tasolle ei palvele kenenkään etuja.

2 kommenttia:

Anonyymi kirjoitti...

Mykistyn kunnioituksesta kiteyttäjää kohtaan

Mikko Ellilä kirjoitti...

Hauskaa psykoanalyyttista diskurssia samasta aiheesta:

Die Eigenschaften, die Eltern ihren Kindern am häufigsten zuschreiben, sind Unsauberkeit, Unreinheit, Gier, Unstetsein, Zerstörungswut. Kinder sind, auch Freud sah es so, unersättlich in ihrem Trieb, stets darauf erpicht, dem Lustprinzip zu folgen. Es sollte uns hellhörig machen, dass es genau dieselben Eigenschaften sind, die dem gehassten Fremden - ob Jude, Zigeuner, Chinese, Katholik, Kroate, Serbe, Tschetschene, Kommunist usw. immer wieder unterstellt werden.

Der Fremde ist immer derjenige, dessen Unsauberkeit, Unreinheit uns zersetzen könnte. Hitler sah in den Juden das Fremdgut, das "sein" Volk zersetzen würde. Gleichermaßen betrachtete er die Bekämpfung der Syphilis als eine der wichtigsten Lebensaufgaben der Nation. Die Sterilisation davon betroffener "Erbkranker" erschien ihm folglich als "unbarmherzige Absonderung unheilbar Erkrankter" absolut notwendig (Hitler, 1942). In seiner Phantasie sah er Gehirne, Körper und Völker gleichermaßen verfaulen und sich zersetzen.

Der innere Feind, der mit dem Fremden identisch ist, ist jener Anteil im Kind, der verwirkt wurde, weil Mutter oder Vater oder beide ihn verwarfen, weil sie das Kind Ablehnung und Strafe erleben ließen, wenn es auf seine eigene und wahre Sicht bestand. Ich sage "wahr", weil die frühesten Wahrnehmungen eines Kindes auf seinen empathisch erlebten Perzeptionen beruhen und deshalb nur wahr sein können. Hitler muss diese Ablehnung seiner eigenen Lebendigkeit auch erfahren haben und seinen inneren Teil als fremd abgestoßen haben, um eine Verbindung mit seinen Eltern aufrechtzuerhalten. Der Hass auf das Eigene bringt Kinder hervor, die sich nur noch als aufrecht gehend erleben können, wenn sie diesen Hass nach außen wenden können. Indem das Eigene als fremd von sich gewiesen wird, wird es zum Auslöser der Notwendigkeit, Feinde zu finden, um die so erlangte Persönlichkeitsstruktur aufrechtzuerhalten.

Die Folgen dieses Prozesses sind verheerend: Man verleugnet nicht nur, dass man selbst zum Opfer gemacht wurde. Man kann auch die Ursachen des eigenen Opferseins nicht mehr erkennen. Statt dessen muss der Prozess weitergegeben werden, indem man andere zum Opfer macht. Das geschieht so lange, wie das eigene Opfer nicht erkannt werden darf. Es muss verleugnet werden, weil sonst der alte Terror, der allem zugrunde lag, wieder aufsteigen würde. Kein Kind, auch nicht das in uns bedrohte, kann sich diesem Terror widersetzen.

Als Kinder waren wir ausgeliefert und hilflos. Unser Überleben hing von einer Übereinstimmung mit den Eltern ab. Der innere Terror des Opferseins ist deshalb zutiefst existentiell. So kommt es, dass uns die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, von gesellschaftlichen Positionen oder sozialen Rollen in den Grundfesten unserer Persönlichkeit erschüttern kann. Wenn unser Selbstwert vorwiegend auf Erfolg, Status und materiellem Gewinn beruht, muss ein möglicher Verlust solcher äußerer Errungenschaften, aber auch die Bedrohung durch mehr Freiheit als existenzgefährdend erlebt werden, weil dadurch der alte Terror der Ohnmacht, des Ausgeliefertseins und der Scham wiederaufersteht.

Wenn Identität auf der Identifikation mit Autorität basiert, bringt Freiheit Angst. Solche Menschen müssen dann das Opfer in sich selber mit Gewalt gegen andere verdecken.

Die innere Not und der Druck, dem alten Terror zu entkommen, werden so groß, dass man sie nur noch mit verstärkter Energie abwehren kann. Dies geschieht, indem das Eigene, das ja Auslöser des inneren Terrors ist, in äußeren Fremden gesucht und bekämpft wird. Dabei findet man das Eigene natürlich am ehesten bei Menschen, die einem ähnlich sind.

Jetzt verstehen wir die schreckliche Wahrheit, die Klaus Barbie mit dem Satz ausdrückte: "Als ich Jean Moulin vernahm, hatte ich das Gefühl, dass er ich selber war."

http://www.susannealbers.de/04psycho-gruen-werk04.html